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Der 3D Druck in der Medizin

Die Medizinbranche gilt seit jeher als fortschrittlich und innovativ. Vielfach ist dies auch mit enormen Kosten verbunden, sodass oftmals nur betuchtere Menschen in den Genuss der fortschrittlichsten Hilfsmittel gelangen.

Krankenkassen übernehmen die Kosten für besondere Produkte nur zum Teil oder gar nicht.

Dies könnte sich mit Hilfe des 3D Drucks in nächster Zeit radikal verändern. Nicht nur immer neue Produkte werden entworfen. Die benötigten Materialien werden zunehmend günstiger. So gelingen einfache medizinische Prothesen mittlerweile sehr schnell und können auch in Entwicklungsländern eingesetzt werden.

Zukunftsvision Bioprinter

medizinischer3dcakewalk

Ein Bioprinter soll zukünftig dazu dienen, Gewebe herzustellen. Dies soll mithilfe von vorab gezüchteten einzelnen Zellen funktionieren. Diese Zellen werden dann in ein Gel injiziert und sollen durch entsprechende Wachstumsfaktoren selbst funktionstüchtige Gewebestrukturen erschaffen können.

Derzeit werden Bioprinter in der Praxis noch nicht eingesetzt, es existieren jedoch bereits vielversprechende Ansätze in diese Richtung. Nach Angaben der Entwickler in diesem Bereich kann bereits 2018 der Einsatz dieser Geräte in der Praxis erfolgen. Damit könnten neben, speziell auf den Einzelnen angepassten Organen, auch künstliche Lebensformen erschaffen oder künstliches Fleisch hergestellt werden. Dies wird jedoch vermutlich noch für eine deutlich längere Zeitspanne eine Zukunftsvision bleiben.

Der 3D Druck in Entwicklungsländern

Eine medizinische Grundversorgung in Entwicklungsländern sicherzustellen wird auf absehbare Zeit eine große Herausforderung bleiben. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen leisten dabei einen enormen Beitrag. Neben dem eigenen Einsatz benötigen Kliniken in den ärmsten Regionen der Welt aber vor allem Geld. In der westlichen Welt gibt es viele Standardbehandlungen, die aufgrund der Kosten in Entwicklungsländern nicht durchführbar sind. Der 3D Druck kann in dieser Hinsicht einen enormen Beitrag leisten.

Ein speziell für abgelegene und schwer zugängliche Regionen entwickelter medizinischer 3D Drucker könnte Abhilfe schaffen. Der 3D4MD gennannte Drucker kann bequem mittels eines Rollkoffers transportiert werden und verfügt über Solarbetrieb, so dass er sich stets selbst mit Strom versorgen kann.

So kann schnell ein neuer Skalpellgriff für eine dringend notwendige Operation gedruckt werden.

Eine künstliche Hand kostet mit Hilfe eines 3D Druckers nur noch etwa 20 bis 50 Euro an Material. Jedoch ist diese Hand nicht beweglich, kann aber bereits ein anderes Lebensgefühl vermitteln. Komplexere Modelle, welche beweglich sind, können für etwa 2000 Euro erworben werden. Je hochwertiger die Produkte werden, desto teurer werden sie selbstverständlich auch. Die Kosten für einfache funktionsfähige Handprothesen werden aber in den nächsten Jahren zunehmend günstiger werden. So kann in absehbarer Zeit mit ein wenig Geld den ärmsten Menschen der Welt ein ganz anderes Leben ermöglicht werden.

Verschleißstellen des menschlichen Körpers

Nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch für die hiesige Medizinbranche sind 3D Drucker eine Chance auf enorme Verbesserung. Zwei Drucker, einer für das OP-Besteck und einer für das passende künstliche Gelenk und schon kann die Operation beginnen. So oder so ähnlich läuft es derzeit am Klinikum Dortmund. Es kann schneller und präziser operiert werden. Dazu musste bei bislang etwa 200 Operationen am Kniegelenk etwa ein Viertel weniger Knochen entfernt werden. Für einen in Zukunft möglicherweise notwenigen Tausch des Gelenks bleibt so deutlich mehr „Material“ übrig, um das Gelenk passend einsetzen zu können.

Da die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, wird uns in den nächsten Jahren noch viel Neues und Spannendes aus der Welt der Medizin erwarten.

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